Glücklicher Mensch

Gestern habe ich etwas wunderbares erlebt. Nach dem Mittagsschlaf des Mini habe ich die Jungs noch schnell geschnappt, um ein paar kleine Einkäufe zu erldigen. Wir schlenderten gut gelaunt durch einen Supermarkt. Der Mini vorne im Einkaufswagen, der Große im gleichen Wagen zwischen den Lebensmitteln sitzend. Die beiden haben sich gegenseitig etwas vorgesungen und waren wirklich richtig gut drauf. Da kamen wir einer älteren Dame vorbei. Sie schaute in den Einkaufswagen, beobachtete die  beiden Jungs und sagte zu mir: „Sind sie ein glücklicher Mensch, dass sie zwei so reizende Kinder haben.“ Ich war total baff, habe mich freundlich bedankt.

Wieder zuhause angekommen, ging mir diese Situation einfach nicht aus dem Kopf. Ich habe wirklich zwei reizende Kinder. Vor allem aber habe ich zwei gesunde Kinder. Leider empfinde ich es manchmal mit den Beiden als so anstrengend, dass ich vergesse wieviel Glück ich tatsächlich habe. Ich bin dieser fremden Frau unendlich dankbar, dass sie mich wieder daran erinnert hat. So genieße ich die Zeit mit den zwei Süßen seit gestern wieder viel intensiver. Ich hoffe, dass dieses Gefühl lange bleibt. Es fühlt sich wohlig warm an.

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Erkenntnisse der letzten Woche

  • Ferien sind blöd, wenn der Mann nicht frei hat. Den Kindern und mir fehlt die Wochenroutine wie Turnen, Schwimmen, Pekip und Kindergarten. Was machen wir nur mit unserer vielen freien Zeit?
  • Ein Trampolin mit Netz ist ein genialer Outdoorlaufstall für ein 9 Monate altes Krabbelbaby. Es kann dort nicht rausfallen, kein Gras oder Dreck essen und hat einen guten Überblick durch den Garten!
  • Möhren aus dem Kühlschrank (natürlich geschält) ist die beste Hilfe für ein zahnendes Baby.
  • Kein Mensch brauch einen Couchtisch. Unserer steht jetzt im Keller, bis der Mini ordentlich daran stehen kann. Wir haben den Tisch vorrübergehend durch einen Gästematratzenwürfel ersetzt. Keine fiesen Tischkantenmacken mehr am Hochziehbaby!
  • Mama darf sich nicht weiter als 2 Meter entfernen. Ausnahme: Beim Eltern-Kind-Turnen krabbelt er durch die ganze Halle und interessiert sich überhaupt nicht für Mama. Ist das spannend!
  • Der Große schläft wie ein Stein in seiner Feuerwehrbettwäsche
  • Bei Trotzanfällen des Großen hilft es tatsächlich, ihn in den Arm zu nehmen und zu sagen: „ich weiß, dass du traurig/böse/sauer bist…“
  • Spieldates des Großen mit anderen Kindern laufen alle gut, aber nichts gehtüber den besten Kumpel. Dasist doch noch mal was ganz anderes!
  • Neue Floskeln des Großen: „Ach herje!“, „Das darf doch nicht wahr sein?!“, „Hoppala!“
  • Und das beste zum Schluss: „mama, ich hab dich immer lieb!“, „Ich hab euch alle drei lieb!“, „Du bist Supermama!“

Drei

Bruder. Fahrzeugliebhaber. Rennfahrer. Klettermax. Nasenbohrer. Dauerrutscher. Durchschläfer. Teilzeitschmuser. Vollzeiteselpapa. Künstler. Liedermacher. Freund. Feuerwehrmann. Indianer. Fußballspieler. Schaukelhasser. Arzt. Kindergartenkind. Bauarbeiter. Flummi. Charmebolzen. Wurstinhalierer. Käsebrötchenfutterer. Küßchengeber. Singstar. Trotzkopf.

Drei.

Liebe. Freude. Dankbarkeit. Stolz.

Drei.

 

 

 

 

Sein erstes Date

Der Große hat einen Freund. Seinen ersten, richtigen, selbst ausgesuchten Freund.

Bislang habe ich ihm seine Spielkameraden immer mehr oder weniger vorgesetzt. Da gibt es zum Beispiel mein Patenkind, welches er mehrmals die Woche sieht. Dann wäre da noch die Tochter einer ehemaligen Nachbarin. Und natürlich die Jungs und Mädels vom Pekip damals. Alles gut und schön, aber wohl nicht immer auf einer  Wellenlänge.

Letzten Sommer haben wir das große Los gezogen und einen der wenigen U3 Plätze im nahegelegenen Kindergarten bekommen. Was für ein Glücksgriff! Obwohl ich zunächst totunglücklich war, den damals kleinen Mann aus seiner Tagesmuttertraumumgebung heraus zu reißen, war es absolut die richtige Entscheidung. Wahrscheinlich eben weil er vorher mit 8 anderen Kindern in der Betreung war, hat er den Wechsel völlig problemlos gemeistert. Meine größte Sorge war, dass er in dem vom Kindergarten durchgeführten „offenen Konzept“ untergeht. Aber dank wunderbarer Erzieherinnen in allen 3 Gruppen war auch das überhaupt kein Problem. Ganz im Gegenteil. Gerade das offene Konzept hat ihm seinen ersten, besten Freund beschert. Emil (Name geändert, Anm.d.Red.) Die Beiden haben sich wohl einfach gesucht und gefunden und spielen Von Anfang bis Ende zusammen. Sie haben gleiche Interessen, werden mal zusammen zur Schule gehen und wohnen wirklich nur 100m Luftlinie voneinander entfernt.

Und gestern war es dann endlich so weit. Die Beiden haben sich zum ersten Mal verabredet. Der Mini und ich sind erstmal mitgegangen, schließlich weiß man ja nie, wie es außerhalb der gewohnten Umgebung so funktioniert. Und es war toll! Wir haben die Jungs gar nicht mehr bemerkt.So habe ich mich verabschiedet, bin mit dem Mini ne Runde spazieren gegangen und habe den Großen dann wieder abgeholt. Es war ganz schön schwer, ihn wieder nach Hause zu bekommen. Emils Mama war auch schwer begeistert und fragte gleich, ob die Jungs ab jetzt auch mal spontan oder am Wochenende zusammen spielen können. Ich freue mich riesig, dass das alles so gut klappt und habe auch schon die Idee, dass der Große ab Sommer einmal die Woche nach dem Kindergarten mit zu Emil geht. Das würde uns ganz schön helfen, wenn ich wieder arbeiten gehen muss.

Mein Lieblingszitat von gestern: „Komm, wir gehen zu meinem Papa. Mein Papa heißt Bernd… Hallo Papa. Das ist der Große. Das ist mein Kumpel.“

 

Kleine Jungs werden groß

Der Große hat ein paar Wochen vor der Geburt des Mini ein großes Bett bekommen und dieses gleich akzeptiert. Dann kam eine Phase, in der er nur in unserem Bett schlief. Nun schläft er wieder in seinem großen Bett und wir kuscheln vorher zusammen darin. bisher lief das so ab: Der Große schlüpft in seinen geliebten Schlafsack und ich muss an der kalten Wand liegen. Dabei habe ich mir letzte Woche irgendwann richtig Zug geholt und konnte zwei Tage vor lauter Rückenschmerzen kaum den Mini halten. Also beschloss ich: passend zum Bett muss eine Bettdecke für große Jungs her. Da darf man dann auch ruhig mal ein bißchen eigennützig sein! ich schnappte mir den kleinen Mann und weihte ihn in meinen Plan ein. Er fand ihn super und fragte nach kurzer Überlegung, ob er dann auch ein großes Kissen bekommt?! Natürlich! Wir sind zusammen in einen Heimtex-Laden gefahren und haben zusammen etwas passendes ausgesucht. Der Große war so stolz. An der Kasse fragte die Kassiererin: „Na, wer bekommt denn da eine neue Bettdecke?“ Die Antwort kam promt: „ICH! Und auch ein großes Kissen!“

Abends hat er sich überglücklich in sein Bett gekuschelt nicht mal mehr nach seinem vormals so geliebten Schlafsack gefragt. Und noch etwas war neu: er hat zum ersten Mal ohne Windel geschlafen.

Kleine Jungs werden groß.

Ich freue mich mit ihm.

Die Sache mit dem eigenen Bett (Teil 2)

Bereits in einem anderen Post hatte ich ja geschrieben, wie der Großer auf einmal nicht mehr in seinem eigenen Bett schlafen wollte. Nach mehreren Monaten in unserem Bett, ist er nun wieder mehr oder weniger in sein Bett gezogen. Manchmalschläft er noch in unseremBett, lässt sich aber dann problemlos rüber tragen und schläft die Nacht dort durch. Morgens erwacht er in seinem Bett für große Jungs und erzählt dort seinen Kuscheltieren, wie er geschlafen hat. Manchmal singt er ihnen auch vor. Neulich hörte ich ihn doch tatsächlich „es schneit, es schneit“ singen. Keine Ahnung, wie er darauf kam. Von Winter sind wir ja nun wirklich weit entfernt!

Meistens versuche ich aber, mich mit dem großen Mann in sein Bett zu legen, ein Buch zu schauen und dann mit ihm zu kuscheln, bis er schläft. Neulich erreignete sich dabei folgendes:

Wir haben gerade das Buch zuende geschaut, da höre ich den Mini aus seinem Zimmer jammern. Ich erkläre dem Großen,dass ich zzum Mini gehen muss,um ihn eine Milch zu geben. Da fällt dem großen NATÜRLICH ein, dasser auch noch etwas trinken möchte. Also bringe ich ihm auch noch schnell etwas, verspreche ihm, später nochmal nach ihm zu schauen und verlasse das Zimmer in der Hoffnung, dass er auch ohne mich schnell einschläft. nachdem ich den Mini gefüttert habe, höre ich nichts mehr vom Großen am anderen Ende des Flures. Ich bin stolz auf ihn und auch auf mich, dass er es endlich wieder geschafft hat, alleine einzuschlafen. Also räume ich auch noch fix die Küche auf und verschwinde im Bad. Danach möchte ich schnell die Tür vom Kinderzimmer schließen, als ich den Großen nochh in seinem Bett sitzen sehe. Er hält sein Getränk noch voll in der Hand und schaut mich mit müden Augen an:

„Mama, ich hab auf dich gewartet“

Nicht das, was ich erwartet hatte, aber trotzdem wunderschön,oder?!